Mein 11. September

Ich ging am Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig in die Strasse mit der großen Baustelle. Fasziniert verweilte ich zwischen Prunk, Neubau, dem Werden und Vergehen und fühlte mich unglaublich wohl und glücklich.

So ging ich weiter zwischen luftiger Höhe und dem Wachsen neuer architektonischer Strukturen.

Ich bog um die Ecke und direkt vor mir war ein Leichenwagen mit lila Gardinen.

Ich wurde mental direkt aus dem Leben gerissen.

Seltsam, in diesem Augenblick dachte ich an Gandhi und Cartier-Bresson, an die Geschichte mit dem Leichenwagen auf dem Foto, das Cartier-Bresson ihm zeigte und seiner Reaktion – Death!

Wieso dachte ich in diesem Moment daran, wieso traf mich das so sehr?

Ich beschloß kein Foto zu machen sondern mich bewußt abzuwenden und dem Leben zuzuwenden. Und so schritt ich durch die nächste Galerie nach draussen.

Einige Minuten später hatte ich das vergessen.

Am Bahnhof angekommen setzte ich mich in den Zug. Kurz danach verstand ich alles.

Ich traf mein Schicksal.

Aber das ist eine andere Geschichte.

 

 

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