Erwischt!? – Steve Mccurry und Photoshop

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Eigentlich ist es gar kein Skandal. Denn alle machen heute mit Photoshop und digitalen Filtern ihre Fotos so, wie sie sein sollen. Da die Kameras bei der digitalen Aufzeichnung nicht alle Nuancen so wiedergeben wie es war, macht dies für Berichterstattung durchaus Sinn.

Anders ist es, wenn der Inhalt eines Fotos so verändert wird wie es nicht war. Dann ist es nicht mehr „wahr“ bzw. authentisch im Sinne des Dokumentierens eines Moments wie er vor der Linse „wahr“ war.

Und ausgerechnet auf Fotos von Steve Mccurry hat man nun Veränderungen gefunden laut petapixel und anderen Publikationen. Da ist das dann so eine Sache mit dem entscheidenden Moment. Das war nun wohl ein ungewollt entscheidender Moment, der dort geschah. Laut Statement  bei petapixel war  es ein Mitarbeiter. So ist das dann wohl. Allerdings hat Petapixel jetzt noch mehr Fotos gefunden, auf denen Personen fehlen. Jetzt warten alle auf Antwort.

Bei Petapixel kann man die ganze Geschichte lesen und auch, wenn es Neuigkeiten gibt.

Die Aufregung ist eigentlich ja nur so groß, weil hier jemand erwischt wurde, der den Nimbus des Authentischen vertritt.

Damit sind wir nun bei der Frage angekommen, was bedeutet Authentizität im Zeitalter der digitalen Veränderbarkeit?

Authentisch ist, wenn das Bild zeigt, was aufgenommen wurde.

Authentisch ist, wenn die Situation ungestellt ist.

Ist es auch authentisch, wenn die Situation gestellt ist?

Wir sind also mittendrin statt nur dabei und haben gerade festgestellt, Authentizität bezieht sich auf die Situation vor der Kamera, auf die Aufnahme in der Kamera und die Bearbeitung nach der Kamera.

Das könnte man auf eine Formel bringen:

100% authentisch, wenn vor der Kamera, in der Kamera und nach der Kamera inhaltlich nichts geändert, ansonsten nicht authentisch.

Übrigens dieser Artikel ist zu 100 Prozent authentisch. Selbst gedacht, selbst geschrieben und selbst publiziert – und auch das Foto ist komplett ungestellt, alle haben sich selbst so hingestellt.

Nachtrag:

Mccurry hat nach Wochen per Interview geantwortet. Er ist kein Journalist mehr sondern erzählt visuelle Geschichten. Es bleibt das Wissen, daß heute alles möglich ist.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.