Digitalkameras als Symbole für ungelebte Träume

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Wie oft kann ein arbeitender Mensch seine Kamera nutzen?

Real wohl nur nach der Arbeit und zu den Themen, die erreichbar sind. Das sind dann in erster Linie die Themen vor Ort: Makros, Landschaft, Tiere… Streetfotografie ist schon etwas weniger planbar.

Fotoclubs sind nicht mehr so weit verbreitet, Seminare oder selbst organisierte Treffen über Communities führen dann über den eigenen fotografischen Alltag hinaus.

Wer mehr als eine Digitalkamera hat, hat meistens mehrere.

Und ich frage mich, wie viele davon symbolisieren die ungelebten Themen des Lebens, die man mit Hilfe der Fotografie bewältigen wollte?

Ich vergleiche dies mal mit Büchern. Wie viele Bücher stehen im Buchregal, die man noch lesen will?

Staunend betrachte ich Menschen, die ganz ohne Bücher mit Lebensthemen und Fragen wie denen hier auskommen.

Psychologen erklären Sammeltriebe mit frühkindlichem Liebesentzug, Susan Sontag erklärt „Eine Aufnahme zu machen,  ist selbst schon ein Ereignis.“

Ungelebtes Leben, den Austritt aus den Zwängen des industriellen, strukturierten Alltags, das Einfangen von Freiheit, das Entdecken der Welt durch den Sucher und den Monitor – und nun auch noch die Darstellung im Netz. Jeder kann sehen, was ich gesehen, ersehen, erlebt gesehen habe. Ich war dabei…

Es gibt viele Antworten und die meisten werden wohl stimmen.

Und so wird eine Antwort auf die Frage, warum sollen Menschen sich noch eine Digitalkamera kaufen, wenn sie eine Kamera im Smartphone haben, sicherlich sein, daß man damit eben andere Rollen und Träume leben kann – und wenn nur im Kopf oder mal am Wochenende oder im Seminar.

 

 

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